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Willkommen im Baskenland! ONGI ETORRI 

 

Wer gleich ein wenig schnuppern möchte und Lust auf eine kleine Video Reise hat:

Eine Doku vom WDR über das Baskenland startet direkt in San Sebastian und widmet ihm die ersten 10 Minuten! 

 

 

 

 

 

 

 

Das Baskenland (Euskal Herria auf Baskisch) ist eine faszinierende, autonome Region im Grenzgebiet zwischen Nordspanien und Südwestfrankreich, die sich durch eine starke eigene Identität und Kultur auszeichnet. Es leben hier ca. 3 Millionen Menschen.

Region und Landschaft​

Das Baskenland bietet eine beeindruckende Vielfalt auf kleinem Raum: grüne Hügel und Berge, wilde Atlantikküsten mit rauen Klippen, charmante Fischerdörfer und moderne Städte wie Bilbao, San Sebastián (Donostia) und Vitoria-Gasteiz. Die Mischung aus Meer, Bergen und kulturellen Zentren macht die Region einzigartig.

Sprache

Die baskische Sprache, Euskara, ist eine der ältesten Sprachen Europas – sie ist nicht mit irgendeiner anderen bekannten Sprache verwandt. Heute wird sie in vielen Teilen des Baskenlandes parallel zum Spanischen gesprochen, aktiv von ca 800.000 Menschen.

Kleine Kostprobe gefällig? 

PINPILINPAUXA

Bitte dieses Wort ganz langsam nachsprechen und spüren, wie es regelrecht im Mund flattert. Denn auf Deutsch ist das ein „Schmetterling“. Ein anderes baskisches Wort dafür ist auch „ tximeleta“

UR 

Wasser. Einfach und klangvoll. „Ur“. Zwei Buchstaben genügen, um den Ursprung des Lebens zu beschreiben!

BIHOTZ  

„Herz“ auf Baskisch. Wie in vielen anderen Sprachen wird damit nicht nur das Organ bezeichnet, das Wort wird auch im übertragenen Sinne verwendet. So wird z.B. mit dem Ausdruck „bihotz oneko“ (von gutem Herzen) eine Person bezeichnet, die gutmütig ist.

TXIRIMIRI 

Dieses feine und sanfte Wort ist so wie der Nieselregen, den es beschreibt. 

Im Baskenland ist dieses Wort sehr beliebt und man sagt, dass beispielsweise Bilbao ohne seinen Txirimiri nicht das wäre, was es ist. In San Sebastian txirimirit es auch immer mal!

Kultur

Das Baskenland ist bekannt für seine reiche Folklore und Traditionen, darunter Feste mit Tanz (Aurresku), Musik (die typische Txalaparta oder Txistu) und regionale Kleidung.

Die baskische Küche spielt eine zentrale Rolle – von Pintxos (kleine Happen ähnlich Tapas) bis zur Spitzenküche mit zahlreichen Michelin-Sternen.

Sport und Identität

Sport ist tief verankert: Rudern, Fußball (z. B. Athletic Bilbao) ist enorm populär, aber auch Pelota, ein traditionelles Basken-Spiel mit Ball und Wand, spielt eine wichtige Rolle. Ebenso sind traditionelle Kraftsportarten wie  etwa Steineheben oder Holzsägen Ausdruck der baskischen Kultur. 

Spirit und Identität

Basken sind sehr stolz auf ihre Eigenständigkeit, Sprache und Gemeinschaft. Trotz moderner Einflüsse bleibt das Baskenland seiner Geschichte und seinen Werten treu.

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Welches baskische Wort beschreibt am Treffensten die Seele des Landes?

Wenn man ein einziges baskisches Wort nennen müsste, das die Seele des Landes am treffendsten beschreibt, wird sehr oft dieses genannt:Auzolan

Auzolan bedeutet wörtlich „gemeinsame Arbeit für das Gemeinwohl“.

Gemeint ist die freiwillige Zusammenarbeit der Dorfgemeinschaft – ohne Bezahlung, aus Verantwortung füreinander.

Warum es so gut passt?

Es steht für Gemeinschaft vor Individualismus. Für Eigenverantwortung statt Abhängigkeit. Für Zusammenhalt, Stolz und Bodenständigkeit Für das starke Gefühl von „Wir regeln das gemeinsam“, das im Baskenland tief verankert ist.

Auzolan ist kein romantisches Ideal, sondern historisch gelebte Praxis: Straßen bauen, Dächer reparieren, Feste organisieren, politische und kulturelle Strukturen tragen.

Weitere Wörter, die oft genannt werden (je nach Blickwinkel):

Askatasuna – Freiheit.

Zentral für Geschichte, Politik und Selbstverständnis.

Herria – Volk, Dorf, Gemeinschaft

Mehr als ein Ort: eine soziale und emotionale Einheit.

Lur – Erde, Land. Tiefe Verbundenheit mit Landschaft, Herkunft und Arbeit.

Etxea – HausSymbol für Familie, Kontinuität und Identität (auch über Nachnamen).

 

Amalurra als Gegenstück/andere Ebene zu Auzolan: ist ein sehr gutes – und sehr tiefes Wort.

Amalurra wörtlich: Ama (Mutter) + Lurra (Erde)→ „Mutter Erde“

Im Baskischen ist Amalurra kein bloßes poetisches Bild, sondern ein kosmisches Prinzip: die Erde als lebendige, nährende, schützende Mutter. Ursprung von Leben, Identität und Ordnung. Etwas, dem man Respekt schuldet, nicht Besitzanspruch

Historisch und kulturell steht Amalurra für: vorchristliche, naturverbundene Weltbilder, die enge Verbindung zwischen Land, Sprache und Volk, ein zyklisches Zeitverständnis (Geburt – Arbeit – Tod – Rückkehr zur Erde)

Der Unterschied zu Auzolan

Amalurra → ontologisch / spirituell (Woher wir kommen, worauf alles gründet)

Auzolan → sozial / praktisch (Wie wir miteinander leben)

Man könnte sagen:Amalurra ist der Boden – Auzolan die Art, wie man darauf steht.

Trifft Amalurra die „Seele des Landes“?

Ja – wenn man die Seele als etwas Archaisches, Erdverbundenes, Zeitloses meint.

Es ist besonders stark in:MythologieSprache & Symbolik moderner baskischer Identitätssuche.

Wenn man hingegen den alltäglichen Charakter des Baskenlandes beschreiben will (Zusammenhalt, Selbstorganisation, Widerstandskraft), dann bleibt Auzolan greifbarer.Zusammengefasst:

Amalurra = Herzschlag, Ursprung, Tiefe Auzolan = Haltung, Handlung, Gegenwart

Beide zusammen kommen der baskischen Seele wahrscheinlich näher als jedes einzelne Wort.

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